Hinweis: Dieser Artikel ist ein Überblick über die Marktentwicklung und dient ausschließlich der Information. Er beruht auf Angaben von Behörden, Fachliteratur und offiziellen Unternehmensberichten und ersetzt keine ärztliche Beratung. Arzneimittel mit Semaglutid und Tirzepatid sind in der EU nur auf Rezept erhältlich. Weder Retatrutid noch CagriSema sind zugelassene Arzneimittel, und die Peptide BPC-157, TB-500 und MOTS-c sind nicht als Arzneimittel zugelassen. Forschungspeptide mit der Kennzeichnung „research use only“ sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt, nicht zur Anwendung beim Menschen.

Was Peptide sind und warum plötzlich alle darüber reden

Peptide sind kurze Ketten aus Aminosäuren, also aus denselben Bausteinen, aus denen auch Proteine bestehen. Ein Protein kann Hunderte bis Tausende Aminosäuren enthalten, ein Peptid meist nur einige wenige bis einige Dutzend. Der Körper nutzt sie als Botenstoffe: Viele Hormone sind eigentlich Peptide. Dazu gehören zum Beispiel Insulin oder GLP-1, ein Hormon, das nach dem Essen im Darm freigesetzt wird und hilft, den Blutzucker und das Sättigungsgefühl zu steuern.

Gerade weil Peptide die natürlichen Signale des Körpers nachahmen können, sind sie als Arzneimittel so interessant. Lange hatten sie aber einen großen Nachteil: Der Verdauungstrakt baut sie genauso ab wie Eiweiß aus der Nahrung, deshalb müssen die meisten gespritzt werden. Das war einer der Gründe, warum sie eher am Rand standen. In den letzten fünf Jahren hat sich das grundlegend geändert.

Der Ausgangspunkt: der Markt im Jahr 2021

Eine gute Momentaufnahme liefert ein Übersichtsartikel des Teams um Markus Muttenthaler von der Universität Wien, der im Februar 2021 in der renommierten Fachzeitschrift Nature Reviews Drug Discovery erschien. Die Autoren zählten:

  • über 80 zugelassene Peptid-Arzneimittel auf dem Weltmarkt,
  • mehr als 150 in der klinischen Entwicklung und weitere 400 bis 600 in der frühen Forschung,
  • einen Anteil der Peptide von rund 5 % am weltweiten Pharmamarkt mit Umsätzen von über 50 Milliarden Dollar pro Jahr,
  • etwa 90 % der Peptid-Arzneimittel, die gespritzt werden mussten.

Peptide waren also nichts Neues. Es handelte sich aber um ein stabiles und recht kleines Fachgebiet. Niemand ahnte damals, wie schnell sich das ändern würde.

2021: Wegovy und der Beginn einer neuen Ära der Adipositas-Behandlung

Die Wende kam am 4. Juni 2021. An diesem Tag ließ die US-Arzneimittelbehörde FDA Wegovy mit dem Wirkstoff Semaglutid zur langfristigen Gewichtsregulierung zu. Die Behörde betonte selbst, dass es das erste neue Medikament zur Gewichtsregulierung seit 2014 war.

Semaglutid ist ein Peptid, das das Hormon GLP-1 nachahmt. Unter dem Namen Ozempic wurde es bereits bei Typ-2-Diabetes eingesetzt. In klinischen Studien mit Menschen mit Adipositas zeigte es jedoch eine Gewichtsabnahme, wie sie bis dahin kein Medikament erreicht hatte.

Europa folgte ein halbes Jahr später. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfahl Wegovy zur Zulassung, und am 6. Januar 2022 erhielt es eine Zulassung, die in der gesamten Europäischen Union gilt.

Tirzepatid und das Duell zweier Giganten

Der zweite Meilenstein war Tirzepatid des US-Unternehmens Eli Lilly. Anders als Semaglutid ahmt es zwei Darmhormone gleichzeitig nach, GIP und GLP-1. Die FDA ließ es am 13. Mai 2022 als Mounjaro zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zu und am 8. November 2023 als Zepbound auch zur Gewichtsregulierung. In der Europäischen Union ist Mounjaro seit dem 15. September 2022 zugelassen und kann heute sowohl bei Diabetes als auch zur Gewichtsregulierung eingesetzt werden.

Wie groß das Interesse an diesen Medikamenten ist, zeigen am besten die Zahlen aus den Jahresberichten beider Hersteller:

Kennzahl 2021 2025
Gesamtumsatz Novo Nordisk 140,8 Mrd. DKK 309,1 Mrd. DKK
Davon Adipositas-Behandlung (Wegovy, Saxenda) 8,4 Mrd. DKK 82,3 Mrd. DKK
Ozempic 33,7 Mrd. DKK 127,1 Mrd. DKK
Gesamtumsatz Eli Lilly 28,3 Mrd. USD 65,2 Mrd. USD
Mounjaro + Zepbound noch nicht zugelassen 36,5 Mrd. USD

Der Umsatz des dänischen Unternehmens Novo Nordisk mit der Adipositas-Behandlung hat sich in vier Jahren etwa verzehnfacht. Eli Lilly hat seinen Gesamtumsatz mehr als verdoppelt, und Tirzepatid wurde zu seinem umsatzstärksten Medikament. Novo Nordisk gibt außerdem an, dass im vergangenen Jahr über 45 Millionen Menschen seine Diabetes- und Adipositas-Medikamente nutzten.

Ausführlich haben wir über Tirzepatid im Artikel Tirzepatid: Wirkweise und Ergebnisse der Studien geschrieben.

Die Nachfrage überholte die Produktion

Mit einem solchen Interesse hatte niemand gerechnet, nicht einmal die Hersteller selbst. Die Herstellung von Peptiden ist technisch anspruchsvoll, und eine neue Fabrik lässt sich nicht in ein paar Monaten bauen. Die Folge waren mehrere Jahre, in denen die Medikamente nicht in der gewünschten Menge verfügbar waren.

In den USA setzte die FDA Wegovy im März 2022, Ozempic im August 2022 und Tirzepatid im Dezember 2022 auf ihre Liste der Arzneimittel mit Lieferengpässen. Als Grund nannte die Behörde die stark steigende Nachfrage. Tirzepatid strich sie im Herbst 2024 offiziell von der Liste (die endgültige Bestätigung kam am 19. Dezember 2024), Semaglutid am 21. Februar 2025, als sie feststellte, dass das Angebot die Nachfrage nun deckt.

In Europa koordinierte die EMA die Lage. Laut ihren Unterlagen gab es bei Ozempic seit 2022 Lieferengpässe, die auch andere GLP-1-Medikamente betrafen. Als Ursache nennt die Agentur eine Kombination aus steigender Nachfrage und begrenzten Produktionskapazitäten. Die europäischen Behörden sorgten gemeinsam mit den Herstellern dafür, Vorräte zwischen den Ländern umzuverteilen und neue Therapiestarts zu begrenzen, damit Menschen, die das Medikament bereits nahmen, weiter versorgt blieben.

Die Hersteller reagierten mit Investitionen, wie es sie in der Pharmabranche lange nicht gegeben hatte. Novo Nordisk kündigte im November 2023 an, allein in den Ausbau der Produktion im dänischen Kalundborg über 42 Milliarden Dänische Kronen zu investieren, vor allem in die Herstellung von Wirkstoffen. Die neuen Anlagen sollen schrittweise von Ende 2025 bis 2029 in Betrieb gehen. Europa bleibt damit eines der wichtigsten Zentren der weltweiten Produktion von Peptid-Arzneimitteln.

Von der Spritze zur Tablette

Erinnern Sie sich, dass 2021 noch 90 % der Peptid-Arzneimittel gespritzt werden mussten? Auch hier hat sich viel bewegt.

Am 22. Dezember 2025 ließ die FDA Wegovy als Tablette zu, das erste orale GLP-1-Medikament, das direkt zur Gewichtsregulierung zugelassen wurde. In der zentralen Studie OASIS 4 verloren die Teilnehmenden in 64 Wochen durchschnittlich etwa 17 % ihres Körpergewichts, und jeder Dritte nahm 20 % oder mehr ab. Der Hersteller kündigte die Markteinführung in den USA für Januar 2026 an.

Europa folgte erneut mit kurzem Abstand. Der Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA (CHMP) empfahl die Tablette am 22. Mai 2026 zur Zulassung, und im Sommer 2026 ließ die Europäische Kommission sie zu.

Für Peptide ist das ein großer Schritt. Eine empfindliche Kette aus Aminosäuren so durch den Magen zu bringen, dass sie ins Blut aufgenommen wird, galt lange als äußerst schwierig. Tabletten können für viele Menschen zudem bequemer sein, und für sie werden keine Injektionspens benötigt.

Mehr als Abnehmen: Herz, Schlaf und seltene Krankheiten

Die zweite große Veränderung: Peptid-Arzneimittel gelten nicht mehr nur als „Abnehmspritzen“. Es gibt immer mehr Belege dafür, dass sie auch bei Gesundheitsproblemen helfen, die mit Übergewicht zusammenhängen.

  • Herz und Gefäße: Die SELECT-Studie, 2023 im New England Journal of Medicine veröffentlicht, begleitete 17.604 Menschen mit Übergewicht oder Adipositas und einer Herzerkrankung, die keinen Diabetes hatten. Semaglutid senkte bei ihnen das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod aus kardiovaskulären Gründen um etwa 20 %. Auf Grundlage dieser Daten erweiterte die FDA im März 2024 die Zulassung von Wegovy um die Senkung des kardiovaskulären Risikos.
  • Schlafapnoe: Im Dezember 2024 wurde Tirzepatid in den USA als erstes Medikament zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe bei Erwachsenen mit Adipositas zugelassen.
  • Seltene Krankheiten: Peptide sind nicht nur GLP-1-Medikamente. Laut der jährlichen Übersicht „FDA TIDES Harvest“ in der Fachzeitschrift Pharmaceuticals hat die FDA zwischen 2016 und 2024 insgesamt 34 Peptid-Arzneimittel zugelassen. 2025 kam Elamipretid für eine seltene Erbkrankheit namens Barth-Syndrom hinzu.

Aus einer kleinen Gruppe von Diabetes-Medikamenten ist so ein breites Feld der Medizin geworden, das bis in die Kardiologie, die Schlafmedizin und die Behandlung seltener Krankheiten reicht.

USA vs. Europa: zwei unterschiedliche Ansätze

Der Peptidmarkt wächst auf beiden Seiten des Atlantiks, sieht aber recht unterschiedlich aus.

Die USA sind der größte Markt und verändern sich am schnellsten. Eine große Rolle spielt dort die Telemedizin, über die Menschen ihre Behandlung online vereinbaren können. Laut einer Umfrage der unabhängigen Gesundheitsorganisation KFF vom November 2025 nehmen derzeit 12 % der erwachsenen Amerikaner ein GLP-1-Medikament, also etwa jeder Achte, und fast jeder Fünfte hat schon einmal eines genommen. Eine US-Besonderheit sind außerdem sogenannte Rezepturarzneimittel, die Apotheken direkt auf Rezept herstellen. Während der Lieferengpässe erlaubte das Gesetz den Apotheken vorübergehend, auch Semaglutid und Tirzepatid auf diese Weise herzustellen. Nach dem Ende der Engpässe legte die FDA Übergangsfristen fest, die im Frühjahr 2025 ausliefen.

Europa geht vorsichtiger vor und setzt stärker auf das öffentliche Gesundheitswesen. Arzneimittel für die gesamte Europäische Union bewertet zentral die EMA, zugelassen werden sie von der Europäischen Kommission. Wer sie aber erstattet bekommt, entscheidet jedes Land selbst. Ein gutes Beispiel ist Großbritannien. Das britische Institut NICE empfahl im Dezember 2024 Tirzepatid zur Behandlung von Adipositas im öffentlichen Gesundheitsdienst NHS. Theoretisch hätten in England rund 3,4 Millionen Menschen Anspruch darauf, deshalb wird die Behandlung schrittweise eingeführt: In den ersten drei Jahren sollen etwa 220.000 Patientinnen und Patienten mit dem höchsten medizinischen Bedarf sie erhalten. Die vollständige Einführung kann bis zu 12 Jahre dauern.

Der europäische Ansatz ist langsamer, legt aber großen Wert darauf, dass die Medikamente zuerst diejenigen bekommen, denen sie am meisten helfen, und dass das System die Kosten tragen kann.

Peptide jenseits zugelassener Arzneimittel: vom Verbot zum regulierten Weg

Neben Medikamenten wie Semaglutid ist auch das Interesse an weiteren Peptiden gestiegen, die nicht als Arzneimittel zugelassen sind und vor allem in der Forschung untersucht werden. Dazu gehören etwa BPC-157, TB-500 oder MOTS-c, ein Molekül, das der Körper selbst in den Muskeln bildet. Auch hier hat sich in den letzten fünf Jahren viel verändert, vor allem in den USA.

  • 2023: Die FDA stufte eine Gruppe von Peptiden, darunter BPC-157, in die sogenannte Kategorie 2 ein. Apotheken durften sie damit nicht herstellen. Als Grund nannte die Behörde fehlende Sicherheitsdaten beim Menschen und Schwierigkeiten bei der Qualitätsprüfung.
  • April 2026: Die FDA kündigte an, sieben Peptide aus der Kategorie 2 zu streichen und von einem Beratungsausschuss prüfen zu lassen. Es ging um BPC-157, KPV, TB-500, MOTS-c, DSIP (Emideltid), Semax und Epitalon.
  • Juli 2026: Der Beratungsausschuss der FDA empfahl, sechs davon zuzulassen.
  • 28. Oktober 2026: Das US-Gesundheitsministerium (HHS) gab bekannt, nicht gegen Apotheken vorzugehen, die sechs Peptide (BPC-157, TB-500, MOTS-c, KPV, Semax und Epitalon) für einen bestimmten Patienten auf Rezept herstellen. Voraussetzung sind strenge Qualitätsregeln: ein Ausgangsstoff aus einer bei der FDA registrierten Produktionsstätte, ein Analysenzertifikat, Herstellung nach Guter Herstellungspraxis (GMP) und die Meldung schwerwiegender Nebenwirkungen. Laut TIME könnte dieser Markt bis zu 3,3 Milliarden Dollar erreichen.

Wichtig ist: Es handelt sich nicht um eine Arzneimittelzulassung. Es ist ein regulierter Weg, der die bestehende Nachfrage unter Aufsicht stellt und Wert auf Qualität und Rückverfolgbarkeit legt. In Europa hat sich der Status dieser Substanzen nicht geändert: Sie sind nicht als Arzneimittel zugelassen und werden für Forschungszwecke verwendet. Die Entwicklung in den USA dient aber oft als Maßstab für die Debatte anderswo, deshalb lohnt es sich, sie zu verfolgen.

Über MOTS-c haben wir ausführlich im Artikel MOTS-c: Das Sport-Peptid aus den Mitochondrien geschrieben. Das aktuelle Geschehen fassen wir jede Woche in unseren wöchentlichen Peptid-News zusammen.

Zeitstrahl: fünf Jahre im Überblick

  • Februar 2021: Eine Übersicht in Nature Reviews Drug Discovery zählte über 80 zugelassene Peptid-Arzneimittel.
  • 4. Juni 2021: Die FDA ließ Wegovy (Semaglutid) zur Gewichtsregulierung zu.
  • 6. Januar 2022: Wegovy erhielt die Zulassung für die gesamte EU.
  • 13. Mai 2022: Die FDA ließ Tirzepatid (Mounjaro) bei Typ-2-Diabetes zu.
  • März–Dezember 2022: Wegen der enormen Nachfrage kamen Semaglutid und Tirzepatid in den USA auf die Liste der Lieferengpässe.
  • 15. September 2022: Mounjaro erhielt die Zulassung in der EU.
  • 2023: Die FDA stufte BPC-157 und weitere Peptide in die Kategorie 2 ein.
  • 8. November 2023: Die FDA ließ Zepbound (Tirzepatid) zur Gewichtsregulierung zu.
  • November 2023: Die SELECT-Studie zeigte, dass Semaglutid das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse senkt. Novo Nordisk kündigte eine Investition von über 42 Milliarden Dänischen Kronen in die Produktion in Dänemark an.
  • März 2024: Die FDA erweiterte die Zulassung von Wegovy um die Senkung des kardiovaskulären Risikos.
  • Dezember 2024: Tirzepatid wurde in den USA bei Schlafapnoe zugelassen. Die FDA ließ das erste Generikum von Liraglutid zu, einem älteren GLP-1-Peptid. NICE empfahl Tirzepatid für den britischen NHS.
  • 21. Februar 2025: Die FDA erklärte den Lieferengpass bei Semaglutid für beendet.
  • 22. Dezember 2025: Die FDA ließ Wegovy als Tablette zu.
  • April–Juli 2026: Die FDA strich BPC-157 und weitere Peptide aus der Kategorie 2, ein Beratungsausschuss empfahl, sechs davon zuzulassen.
  • Mai–Juli 2026: Die Wegovy-Tablette wurde in der EU empfohlen und zugelassen.
  • 28. Oktober 2026: Das HHS öffnete Apotheken einen regulierten Weg zu sechs Peptiden. Am selben Tag gab Eli Lilly bekannt, dass Retatrutid Ozempic im direkten Vergleich übertroffen hat.

Wohin sich der Markt entwickelt

Wenn die letzten fünf Jahre eines gezeigt haben, dann dass Peptide noch viel Potenzial haben. Weitere Veränderungen zeichnen sich ab:

  • Stärkere und kombinierte Medikamente: Retatrutid von Eli Lilly ahmt drei Hormone gleichzeitig nach (GIP, GLP-1 und Glukagon). In einer Studie, deren erste Ergebnisse das Unternehmen im Oktober 2026 veröffentlichte, führte es bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu mehr als doppelt so viel Gewichtsabnahme wie Ozempic. Novo Nordisk entwickelt CagriSema, eine Kombination aus Semaglutid und Cagrilintid. Beide warten noch auf die Zulassung.
  • Generika: Für ältere GLP-1-Peptide wie Liraglutid gibt es in den USA bereits günstigere Generika. Das erweitert nach und nach den Zugang zur Behandlung.
  • Bequemere Darreichungsformen: Tabletten und neue Anwendungsformen könnten die Behandlung auch Menschen eröffnen, die Spritzen bisher gemieden haben.
  • Fokus auf Qualität: Ob zugelassene Arzneimittel oder Peptide in einem regulierten Rahmen, die Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks bestehen immer stärker auf rückverfolgbarer Herkunft und zertifizierter Qualität.

In fünf Jahren sind Peptide vom Rand der Pharmabranche in ihr Zentrum gerückt. Und es sieht so aus, als wäre das erst der Anfang.

Häufige Fragen

Was ist ein Peptid, einfach erklärt?

Eine kurze Kette aus Aminosäuren. Im Grunde ein „Mini-Protein“, das der Körper oft als Signal nutzt. Insulin und das Hormon GLP-1 sind Beispiele für Peptide.

Warum ist der Peptidmarkt so schnell gewachsen?

Vor allem wegen Medikamenten, die das Hormon GLP-1 nachahmen, wie Semaglutid und Tirzepatid. Sie zeigten eine starke Wirkung bei Adipositas und Typ-2-Diabetes und später auch einen Nutzen für das Herz. Der Umsatz von Novo Nordisk mit der Adipositas-Behandlung stieg zwischen 2021 und 2025 etwa auf das Zehnfache.

Wie unterscheiden sich der US-amerikanische und der europäische Markt?

Die USA sind größer und verändern sich schneller, eine große Rolle spielen Telemedizin und Rezepturarzneimittel aus Apotheken. In Europa werden Arzneimittel zentral für die gesamte EU zugelassen, über die Erstattung entscheidet aber jedes Land selbst. Die Einführung ist daher langsamer und konzentriert sich stärker auf Patienten mit dem höchsten Bedarf.

Sind Peptide wie BPC-157 oder MOTS-c als Arzneimittel zugelassen?

Nein. In den USA dürfen Apotheken sie seit Oktober 2026 unter strengen Bedingungen für einen bestimmten Patienten herstellen, das ist aber keine Arzneimittelzulassung. In Europa sind sie nicht als Arzneimittel zugelassen und werden für die Forschung verwendet.

Wird es Peptid-Arzneimittel auch als Tabletten geben?

Es gibt sie schon. Die FDA ließ Wegovy als Tablette im Dezember 2025 zu, die Europäische Union folgte 2026. Die meisten Peptid-Arzneimittel werden aber weiterhin gespritzt.

Wo finde ich aktuelle Neuigkeiten aus der Welt der Peptide?

Wir fassen sie jede Woche in unseren Peptid-News zusammen und wählen dort das Interessanteste aus Europa und den USA aus.

Quellen

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